"Das Vergangene ist nicht tot. Es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd."
(Christa Wolf)

    

HILFE! Die Wessis kommen

Pause auf der Radtour

Wenn man dieses Bild sieht, bekommt man eine Idee davon, wie es aussah, als unsere kleine Reisetruppe durch die Berlin/Bandenburger Umgebung zogen. Das Problem war natürlich nicht die Fahrradkolonne, sondern die Teenager darauf. Wie es sich für anständige Teenies gehörte kannten wir kein Erbarmen.

Das folgende Bild symbolisiert sehr schön unser damaliges Verhältnis zu Regelungen, Regeln und vor allem Verboten:

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Kontaktaufnahme | hildi @ 08.01.2006 | Comments (11)   

Wasch- auf Zeltplatz

Die Waschgelegenheiten auf den Zeltplätzen waren im Schnitt eher bescheiden. Am Ende besuchten wir nicht ganz so viele Plätze, wie zunächst geplant.

Wasch- auf Zeltplatz

Wenn ich mich richtig erinnere, war es in Löcknitz, wo wir keinen Zeltplatz fanden, sondern auf der Wiese eines Schwimmbades zelten konnten. Einen Waschplatz gab es dort gar nicht. Die Duschen spuckten nur eiskaltes Wasser aus. Aber irgendwie war das ok. In Löcknitz konnten wir Boote mieten und über den Badesee fahren. Hier nahmen wir auch unsere Wasserproben – immerhin war das ja eine Klassenfahrt u.a. des Chemiekurses und wir hatten ja Hausaufgaben zu machen.

Kontakt zu den “Eingeborenen” hatten wir nur, wenn wir uns mal wieder daneben benahmen. So mieteten wir einmal alle Tret- und Ruderboote und machten eine gewaltige Wasserschlacht auf dem See (die berühmte Seeschlacht von Löcknitz). Kein Wunder, dass der Eigentümer Angst um seine Boote hatte und uns zur Ordnung pfiff. Ansonsten waren wir vor allem unter uns.

Kontaktaufnahme | hildi @ 08.12.2005 | Comments (3)   

In den ersten Nächten

Im Winter 89 auf 90 war ich Taxifahrer, Nachschicht. Es war eine gute Saison, wahrscheinlich eine der besten, die die Göttinger Taxifahrerzunft je erlebt hat. Es machte Spaß. Im späteren Verlauf der Nacht traf man sich regelmäßig am Markt, dem zentralen Platz in der Fußgängerzone. Dorthin gehen die Göttinger aus den Kneipen der Innenstadt zu Fuß, um sich dann in die äußeren Stadtteile oder auf die Dörfer fahren zu lassen.
In einer dieser lausig naßkalten Nächte kamen sie. Es war irgendwas zwischen zwei und drei Uhr, als im Funk die ersten Trabbi-Sichtungen durchgegeben wurden. Zuerst in den südlichen Vordörfern, bald darauf in Geismar.
Und waren diese Meldungen auch schon äußerst exotisch, so konnte man es sich gerade wegen dieser Exotik eigentlich gar nicht vorstellen, daß es wahr sein sollte. Der Funkzentralist reagierte entsprechend skeptisch, einige andere Fahrer pöbelten dazwischen, man solle mit diesem Unsinn aufhören. Bis uns plötzlich auch am Markt das charakteristische Zweitakter-Motorengeräusch hochschrecken ließ. Eine Karawane von sieben oder acht Trabbis materialisierte sich da am Anfang der Weender Straße und schaukelte diese gnadenlos entlang, ohne Rücksicht auf Fußgängerzonenschilder, einmal längs, einmal quer. Wir stiegen aus und waren eine ganze Weile mit unseren Unterkiefern beschäftigt, die nur herabhingen und nicht wieder hoch wollten.
Wir blickten die Straße lang und sahen sie queren, von links nach rechts, vor und wieder zurück, eine zu völlig unsinniger Zeit gänzlich surreal anmutende Stadtbesichtigung, die schließlich genau bei uns endete. Denn die Trabbipiloten hatten nach einer knappen halben Stunde realisiert, daß wir Taxifahrer die einzigen Göttinger waren, die sich in dieser Nacht noch wach hielten.
Sie fuhren vor und umstellten uns mit ihren öttelnden Töfftöffs. Zwischen unseren Daimlerdieseln wirkten die kleinen Autos wie Spielzeug. In den engen Straßen wurde die Luft enorm schnell enorm dick und bläulich. Ich erinnere mich noch sehr deutlich, wie bekannt mir dieser Geruch vorkam. Bekannt, aber ohne daß ich hätte sagen können woher. Wie aus einem früheren Leben. Noch intensiver war dieser Eindruck einige Tage später, als ich das erste Mal drüben den Geruch der Braunkohleheizungen inhalierte.
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Kontaktaufnahme | grapf @ 30.11.2005 | Comments (0)